Die Geschichte hinter Mindfucked Art

Mindfucked Art ist mein absolutes Herzensprojekt. Hier geht es nicht um die schöne heile Welt der Beauty Fotografie, sondern um Geschichten! Geschichten, die man mir anvertraut. Ich erzähle bzw. zeige euch Menschen, die entweder schwer erkrankt sind, oder in ihrem Leben schweres Leid erfahren mussten. Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft stehen und hole sie in unsere Mitte.

Es hilft manchmal ein wenig, wenn man einfach darüber redet, ich Dir aufmerksam zuhöre und anschließend daraus ein Fotoprojekt entsteht.  

Der Name Mindfucked Art steht schlicht und ergreifend für Geschichten, die einem in den Kopf gehen sollen und zum Nachdenken anregen. Es geht um Geschehen, die manchmal einfach unfassbar sind, aber dennoch passieren. Ein richtiger Mindfuck eben, ein anderes Wort hierfür zu finden war einfach unmöglich. 

 

Graue Gedanken 

An Tagen wie heute sitze ich da und frage mich, wieso ich damals überhaupt angefangen habe zu fotografieren. Und irgendwie konnte ich mir diese Frage nicht beantworten.

So, wie es bei vielen Künstlern oft ist, herrscht in meinem Kopf gerade eine gewaltige Leere. Ich würde gern komplett ausrasten, weil eine Idee nach der anderen aus mir rauskommt. Aber dem ist nicht so.

Mein Blick geht zur Kamera und ich denke nur „Überteuertes Miststück!“ Natürlich kann die Kamera nichts für meinen Frust, aber manchmal denke ich wirklich darüber nach, einfach aufzuhören. Den ganzen Bums verkaufen und nicht mehr an die Fotografie denken.

Und dann kommen die Selbstzweifel, ganz böse für einen Künstler.

Ich schaue mir meine Bilder an und frage mich, ob ich wirklich gut genug bin. Okay, das ist streng genommen total subjektiv, aber manchmal ist man einfach in seinen eigenen grauen Gedanken gefangen und kommt da nicht so schnell raus.

Und dann frage ich mich, ob ich das alles überhaupt noch will.

Klar will ich! Oder auch nicht? Vielleicht? Mal sehen wie sich das nächste Jahr so entwickelt. Aber eigentlich will ich noch…oder?

Vor lauter Langeweile und Selbstzweifel scrolle ich durch meine Whatsapp Liste um zu sehen, wem ich gerade mit meinem Krea-TIEF auf den Keks gehen kann (in solchen Momenten brauche ich einfach jene, die mir am nächsten sind).  Und dann sehe ich hier und da Profilbilder…Bilder die ich geschossen habe…ein kleiner Lichtblick, weil es eben doch Menschen gibt, die meine Bilder mögen. Menschen, die ich glücklich gemacht habe.

Ganz vertrieben sind die grauen Gedanken nicht, aber ganz leise höre ich ein sanftes Klopfen tief in mir. Und ich weiß, mit der Zeit wird dieses Klopfen lauter, früher oder später.

Dann wird aus diesem Klopfen ein lautes Trommeln in meiner Brust. Wie ein irrer der gegen Türen hämmert, weil er raus will. Und ich weiß, in diesem Moment wird eine neue Idee geboren. 

Es braucht nur ein wenig Zeit. Und solange verweile ich in meinen grauen Gedanken.

 

 

 

Ich bin eine Marionette 

Manchmal bekomme ich Anfragen, bezüglich der bildlichen Darstellung von Krankheiten, welche äußerlich nicht sichtbar sind.

Neulich hat mich eine liebe Freundin gebeten, ihre Krankheit mit ihr umzusetzen.

Darf ich vorstellen, die unsichtbare, chronische Krankheit, Fibromyalgie = Muskelfaserschmerz /Weichteilrheuma

Sie bestimmt seit langer Zeit mein Leben.

Meine Erfahrung ist, dass man belächelt und nicht ernst genommen wird.

"Ach, sie hat doch nichts, sie simuliert doch nur..."

Die Fibro zieht an meinen Muskeln, stätig ohne Unterlass. Kein Entrinnen. Dauerschmerzen, steife /geschwollene Gelenke. Depression, chronische Erschöpfung.........

Normale Alltägliche Dinge fallen mir sehr schwer, selbst Zähneputzen ist oft nicht einfach, die Arme schmerzen, die Finger sind geschwollen, alles fällt mir aus der Hand...

Es gibt noch weitaus mehr Begleiterscheinungen...diese Aufzulisten, fällt mir schwer...Fibro hat mich wieder in der Hand. - Ich bin eine Marionette.

 

Feeling helpless 

Es folgt die Geschichte eines Freundes, welcher lieber Anonym bleiben möchte.

Zwei meiner Freunde haben mir geholfen dieses sensible Thema umzusetzen. 

 

Dieser Moment, wenn du abends nach Hause kommst und deine Freundin in der Wanne sitzt.......

Es war Freitagabend, wie immer kam ich nach meiner Runde nach Hause und sah meine Freundin apathisch in der Wanne sitzen.

Auf meine Frage was los sei bekam ich keine Antwort, nur leere Blicke.

Ich wollte eine Maschine Wäsche machen und stellte fest, dass ihr Oberteil komplett zerrissen war.

Mir wurde heiß und kalt im Sekundentakt und mein Herz schlug bis zum Hals.

Mit dem zerrissenen Oberteil in der Hand ging ich ins Bad und fragte, was passiert sei.

Doch außer einem bitteren weinen, bekam ich keine Antwort. So hob ich meine Freundin aus der Wanne, wickelte sie in ein großes Handtuch und setzte mich mit ihr auf den Boden unseres Badezimmers. Ich wusste nicht wie mir geschah und was ich tun sollte, also hielt ich sie nur fest.

Endlich, nach einer Weile, erzählte sie mir, was geschehen war:

Zwei Arbeitskollegen hatten versucht sie zu vergewaltigen, aber sie konnte weglaufen.

Mir wurde schwindelig. Hass, Trauer und Verzweiflung wechselten sich in mir ab.

Wir gingen umgehend zur Polizei.

Dort angekommen erlebte ich den zweiten Stoß vor den Kopf.

2,5 Stunden wurde meine Freundin verhört. Immer kamen neue Leute dazu und ich merkte, dass uns kein Glauben geschenkt wurde.

Als dann endlich der Tag der Verhandlung gekommen war, kamen die beiden Herren mit ihren Anwälten. Ich saß im Zuschauerraum und musste mir das, durchaus schlechte, Theaterstück anschauen.

Alles wurde verbogen und verdreht, die Anwälte hackten auf meine Freundin ein als sei sie die Täterin.

Es reichte mir, ich rief in den Saal was das für eine Gerechtigkeit sei… -erste Verwarnung-. Es ging weiter, ich rief wieder rein….-zweite Verwarnung- . Das Ganze wiederholte sich noch einige Male.

Das Urteil: Freispruch......für mich mehrere Bußgelder wegen des Störens der Verhandlung

 

Geraldine 

Mein Name ist Geraldine und Sabrina gibt mir die Möglichkeit, meine Geschichte zu erzählen.

Eines Abends wollte ich feiern gehen, tanzen, ein wenig trinken und einfach nur Spaß haben. Das, was viele Menschen in meinem Alter gerne tun. Doch an alles, was nach meinem dritten Cocktail geschah, erinnere ich mich nicht mehr.

Jedoch erinnere ich mich sehr gut daran, wie ich am nächsten Morgen wach wurde, und das nicht in meinem Bett. Und ich erinnere mich an die Panik, welche mich im gleichen Augenblick packte.

Mir war ziemlich schnell klar, dass mir jemand etwas in mein Glas gemischt haben musste, denn noch nie haben mich 3 Cocktails total aus dem Leben geworfen.

Doch wisst ihr, was viel schlimmer war, als die Tatsache, dass mir Stunden von meinem Leben geraubt wurden? Die Art und Weise, wie man mich im Krankenhaus behandelt hat, in welches ich mich begab, als mir klar wurde, was passiert sein musste.

Wie man unschwer erkennen kann, leide ich unter einer Borderlinestörung. Und genau darauf wurde ich am Ende reduziert. Als eine arme Irre, die sich vermutlich selbst irgendwas geschmissen hat und sich nun an nichts mehr erinnern kann, nachdem sie den Trip ihres Lebens hatte. Mir wurde kein Gehört geschenkt, man glaubte mir nicht, dass jemand anderes mir irgendetwas in mein Glas gegeben haben musste. Die Tatsache, dass man K.O tropfen im Blut nicht mehr nachweisen konnte erschweren diesen Umstand noch ungemein.

Doch wer ist nun schuld an meinem Unglück?

Ich selbst, die sich erlaubt hat, alleine etwas trinken zu gehen und das nicht in einem alten Kartoffelsack, sondern in viel zu enger oder kurzer Kleidung?

Ich selbst, die ihr Glas für einen Augenblick außer Acht gelassen hat?

Für viele scheint dies wohl so zu sein.

Jedoch habe ich ein Recht auf körperliche Unversehrtheit!

Und niemand hat das Recht mich, oder sonst eine Person als willenlosen Sexsklaven zu missbrauchen.