Schmuckausgabe à la Pesch - Jetzt in der Limited Edition Leichenwachs & Blutkruste

                                         
Können wir bitte über Schmuckausgaben reden. Ja, ich weiß, viele von euch lieben die. Ich muss das jetzt trotzdem rauslassen, sonst platze ich, und dann schreibe ich gar keine Bücher mehr. Also los.

Dieses absurde Konzept von Ziegeln, die über anderthalb Kilo wiegen, glitzern wie Diskokugeln und am Ende als Regal-Deko enden. Manche haben sogar ’nen goldenen Farbschnitt.

Das darf nur die Bibel.
Der Vorreiter des Farbschnitts.

Für mich sind Schmuckausgaben ehrlich gesagt so sinnvoll wie Schmuck am Nachthemd. Ja, ich weiß, Wortwiederholung. Lebt damit. Aber dann flüstert mir mein Hirn Dinge zu. Seltsame Dinge.

Und genau da fangen wir an.

Wenn ich jemals eine Schmuckausgabe mache, dann nicht diese glitzernde Wellness-Version, die im Regal Staub sammelt. Meine Ausgabe wäre ein Erlebnis. Ein Angriff. Ein Prüfstein. Ein Buch, das nicht dekoriert, sondern erzieht. Ein Buch, das man nicht kauft, um es abzustellen, sondern um sich ihm zu stellen. Ein Buch, das seinen Besitzer auswählt und nicht umgekehrt.

Willkommen zur morbiden Premium Edition.

Und die würde schon beim Auspacken riechen, als hätte jemand vergessen, dass Leichen gekühlt werden müssen.
Es gäbe Schnittkanten mit getrocknetem Blut. Ich würde hier echtes bevorzugen, eventuell frag ich da mal beim DRK. Lesebändchen aus sauber gezwirbelter Darmsaite. Prägung, die sich anfühlt wie alte Narben. Vorsatzpapier aus Leichenwachs. Zwischen den Seiten Rasierklingen, nicht als Spielzeug, sondern als Erinnerung daran, dass Schmerz existiert und Geschichten nicht dafür da sind, nur hübsch auszusehen.
Soundeffekte von schreienden und flehenden Opfern wären auch super.

Aber wisst ihr, was ich richtig geil fände?

Lecksticker!

Alle bekämen mein Gesicht aufgedruckt und wären in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich. Süßliches Verwesungsaroma. Sechs Tage alte Oma im Kofferraum. Leichensaft auf der Müllhalde. Feuchter Keller in der Pathologie. Oh, ich könnte endlos weitermachen.
Und wenn man Pech hat, bleibt ein winziges Stück Aroma-Gel am Gaumen kleben und schmeckt noch Stunden später nach Gammelfleisch und Ammoniak.

Was wäre noch umsetzbar? Vielleicht ein QR-Code, der zu einer Sprachnachricht von Kessler führt. Der Mann würde brüllen, wer das verdammte Ding nur gekauft hat, um damit sein Regal zu dekorieren. Er würde euch in unmissverständlicher Wortwahl mitteilen, dass er euch höchstpersönlich die Finger brechen kommt, wenn ihr nicht wenigstens die scheiß erste Seite lest.
Mitten im Lesegenuss, ohne Vorwarnung, kommt ein KLICK, und ihr hört ein leises Lachen. Danach irgendetwas Metallisches, das auf dem Boden gezogen wird.

Oder ein kleiner Umschlag im hinteren Teil des Buches, in dem ein einzelner Fingernagel liegt. Nicht meiner. Nicht dein Problem. Einfach Atmosphäre.
Vielleicht auch ein feiner, kaum sichtbarer Schmierfilm, der sich auf neu geöffneten Seiten bildet. Klebrig. Gelblich. Man hofft, es sei nur Druckerschwärze. Spoiler: Ist es nicht.
Ich sehe schon die Produktseite. Enthält Spuren von Humor, Blut, Schmerz und Wahnsinn.

Nicht geeignet für Menschen, die Bücher ausschließlich nach Farbschnitt kaufen.


Keine Rückgabe möglich.

Um das finanzieren zu können, muss ich eventuell eine Niere und mein Erstgeborenes verkaufen. Aber wenn ich schon eine Schmuckausgabe mache, dann bitte richtig.
Und wenn schon teuer, dann so teuer, dass selbst das Finanzamt kurz Schnappatmung bekommt und mich fragt, ob ich versehentlich ein okkultes Sammlerobjekt statt eines Romans produziert habe.
Und dann lächle ich freundlich und sage: Ja.

Würdet ihr das Buch kaufen, das euch auf der Zunge bleibt? Oder würdet ihr es ehrfürchtig in den Einkaufswagen legen, bezahlen, nach Hause tragen, einmal anlecken und dann panisch merken, dass ihr nie wieder ein normales Buch anfassen könnt?
Also sagt mal. Welche Elemente gehören in die halbjährlich neu erscheinende Sabrina-Pesch-Schmuckausgabe aus der Hölle?

Was fehlt euch?


Schreibt mir gern in die Kommentare, was ihr von dieser imaginären Schmuckausgabe haltet oder was euch daran noch fehlen würde.

In einem der nächsten Beiträge wird es außerdem erstmals eine Leseprobe zu Die Chroniken der Unerzählten geben. Wer die nicht verpassen will, sollte den Blog unbedingt abonnieren.

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